YPTOKEY im Gespräch

Es wächst zusammen, was zusammengehört

Warum Blockchain-Anwendungen nicht mehr ohne UUX auskommen werden und der technologische Aspekt zunehmend in den Hintergrund rückt.

Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Usability hat im Rahmen seiner UUX-Week 2020 unter anderem auch das Thema UUX in Blockchain-Anwendungen thematisiert. Im Gespräch mit Tobias Rasche, CEO des Blockchain-Startups YPTOKEY, wurde die Bedeutsamkeit von Nutzerzentrierung anhand von praktischen Erfahrungen diskutiert und ganz konkret veranschaulicht: Nutzerinnen und Nutzer begeistert man mit einer guten UUX und nicht mit dem technologischen Unterbau.

Was macht YPTOKEY?
Die YPTOKEY GmbH ist im Jahr 2018 aus dem Inkubator des Automobilzulieferers Hella hervorgegangen und setzt seitdem das Zugangsmanagement mittels einer Blockchain-basierten App um. Dieses kryptografische, dezentrale Schlüsselsystem bietet dabei im Vergleich zu herkömmlichen digitalen Schlüsselsystemen eine ganze Reihe von Vorteilen: Eine stark erhöhte Datensicherheit, eine vollkommene Transparenz der Vorgänge und eine nahezu vollständige Sicherheit der physischen Objekte. Die Erfahrungen des Unternehmens reichen hierbei von der Gebäudesicherung über Türschlösser bis zur Sicherung von E-Ladeinfrastrukturen.

Das Unternehmen YPTOKEY konnte sich in den letzten Jahren als wichtiger Player im Bereich digitaler Zugangssysteme profilieren und Erfahrungen darüber sammeln, was anwendende Unternehmen und Endkunden an Blockchain-Anwendungen wirklich interessiert. Im Gespräch mit Paul Bossauer vom Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Usability, kristallisiert sich schnell heraus: es sind eher die Eigenschaften der Technologie, als die dahinterliegende Funktionsweise.

Tobias Rasche erzählt in diesem Zusammenhang über die Gründungsphase des Unternehmens, über die ersten Treffen mit Unternehmensmanagern und wie angetan man von der Idee der Blockchain-basierten Lösung zu Zeiten des Blockchain-Hypes war. Im Laufe der Zeit, so Rasche, stellte sich aber auch bei vielen YPTOKEY-Projekten heraus: im Grunde ist es den Kunden egal wie die App funktioniert. Hauptsache sie funktioniert einfach, schnell und zuverlässig. An dieser Stelle offenbart sich, was die Ideologie einer Open-Source-Community von den Interessen der breiten Masse trennt.

Nachdem die Blockchain-Technologie eine Phase der Mystifizierung bzw. der überzogenen Erwartungen durchmachen musste, in der ihr alle möglichen Eigenschaften angedichtet wurden, wird ihre Anwendbarkeit mittlerweile realistischer eingeschätzt – und obwohl sie nach wie vor in der explorativen und technologie-getriebenen Phase steckt, entstehen zunehmend marktreife Anwendungen. Sobald eine Anwendung aber massentauglich werden soll, muss sie andere Kriterien erfüllen als in einer technologie-zugewandten Blockchain-Community. Und für den Großteil der Anwendenden zählen nun einmal eine gute Usability und User Experience. Wie Steve Jobs bereits sagte: “You‘ve got to start with the customer experience and work back toward the technology – not the other way around“. Somit kommt auch die Blockchain-Community nicht umhin, ihre Anwendungen bedarfsorientiert und nutzerzentriert zu gestalten. Es wächst also zwangsläufig zusammen, was schon längst zusammengehört.