Neues Forschungs- und Entwicklungsprojekt MobilCharta5

Im Rahmen des Projektes MobilCharta5 wollen die Kommunen Overath, Hennef, Much, Neunkirchen-Seelscheid und Ruppichteroth neue Mobilitätskonzepte entwickeln und erproben. Unser Institut für Verbraucherinformatik (IVI) der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg begleitet das Projekt mit wissenschaftlicher Expertise auf den Feldern Mobilitätsforschung und partizipative Methoden. Nach der bereits erfolgten Projektphase I ist nun in der Phase II die Weiterentwicklung der Kommunikations- und Partizipationsformate zur Beteiligung und Aktivierung der verschiedenen Akteure vor Ort vorgesehen.

Der ausgeschriebene Name des Projekts lautet „Mobilität in einer neuen Ebene – innovativ, flächensparend, klimaschützend und umweltschonend am Beispiel des südöstlichen ,Bergischen RheinLands‘“ und beschreibt genau, worum es geht: das Bewusstsein für nachhaltigere Mobilitätspraktiken zu fördern, um so eine nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum zu unterstützen. Im Fokus stehen insbesondere die politische Zielsetzung sowie vielfältige Angebote multi- und intermodaler Mobilität als entscheidende Anreize zum Umstieg auf umwelt- und klimafreundliche Alternativen. Dahinter verbirgt sich die Möglichkeit, für einen Weg aus unterschiedlichen Transportmitteln auszuwählen oder dafür mehrere Transportmittel zu kombinieren.

Im Ergebnis sollen die Wechselwirkungen von individuellen und gesellschaftlichen Mobilitätsbedürfnissen und Verhaltensweisen sowie die technologischen Entwicklungen dargestellt, erprobt und eine Mobilitätsstrategie im konkreten Projektraum gemeinsam mit Bürgern entwickelt werden. Für die aktive Bürgerbeteiligung bietet MobilCharta5 fünf Workshop-Reihen zu Themen wie On-Demand-Verkehr, private Organisationsformen (Ridesharing), einem verbesserten Öffentlichen Nahverkehr oder geteilte Mobilität, Stichwort Carsharing. Auch mit der Fortbewegung zu Fuß oder dem Fahrrad befasst sich eine Workshop-Reihe. „Mit der Hilfe von partizipativen Methoden und einer bedarfsgerechten Unterstützung der Kommunen bei dem Einsatz neuer Technologien sehen wir großes Potential für innovative Mobilitätskonzepte im ländlichen Raum“, sagt Paul Bossauer, Projektleiter am IVI. „Aktuell erleben wir einen immensen Anstieg von Mobilitätsangeboten für gemeinsam genutzte Fahrzeuge in den Städten. Jedoch mangelt es im ländlichen Raum häufig an Alternativen, um die Abhängigkeit von privaten Autos zu reduzieren und eine nachhaltigere Mobilität zu fördern. Mobilitätsangebote müssen sinnvoll in die lokale Infrastruktur integriert und an die lokalen Bedarfe angepasst werden. Mit MobilCharta5 wollen wir ländlich geprägte Kommunen unterstützen, alternative Mobilitätsangebote besser in den ÖPNV zu integrieren und nachhaltigere Mobilitätspraktiken zu unterstützen”.

Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seit dem 1. August 2021 drei Jahre lang gefördert. Das Gesamtfördervolumen des Projekts beträgt rund eine Million Euro. Zum Projektkonsortium gehören die geförderten Partner Stadt Overath (Projektkoordinator) und die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg sowie die assoziierten Partnerkommunen Hennef, Much, Neunkirchen-Seelscheid und Ruppichteroth.