1. Forum Verbrauchinformatik ein voller Erfolg

An der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg fand am Donnerstag, den 23.9.21 das erste Verbraucherforum für Verbraucherinformatik statt. Im Rahmen der Online-Tagesveranstaltung diskutierten mehr als 30 Teilnehmer über Themen und Ideen rund um den Bereich Verbraucherdatenschutz. Dabei kamen sowohl Beiträge aus der Informatik, den Verbraucher- und Sozialwissenschaften sowie auch der regulatorischen Perspektive zur Sprache. Veranstalter waren das Institut für Verbraucherinformatik an der H-BRS (Timo Jakobi, Alexander Boden), der Lehrstuhl für IT-Sicherheit der Universität Siegen (Gunnar Stevens), sowie das Kompetenzzentrum Verbraucherforschung NRW (Christian Bala).

Das Programm startete mit einem Grußwort von Wolfgang Schulzindski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW. Zwei Keynotes bildeten den Höhepunkt der Veranstaltung: am Vormittag sprach Nadine Nagel, Abteilungsleiterin für Cyber-Sicherheit für Wirtschaft und Gesellschaft am Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), über die neuen Verbraucherschutzaufgaben ihrer Behörde. Nachmittags stellte Ulrich Kelber, Bundesbeauftragter für Datenschutz und Informationssicherheit, seine Sichtweise auf die Herausforderungen für Daten- und Verbraucherschutz im digitalen Zeitalter vor.

Darüber hinaus  skizzierten Vorträge zu Anwendungsbereichen, technischen Grundlagen, und ethischen sowie rechtlichen Überlegungen zum Verbraucherschutz erstmals Themengebiete des jungen Forschungsfeldes:

Den Auftakt des Vormittags bildete ein Beitrag von Kerstin-Lemke Rust und Kollegen von der H-BRS zur Verbraucherteilhabe bei Blockchain Anwendungen, sowie ein Vortrag von Elias Grünewald (TU Berlin) zu KI-Basierten Verfahren für mehr Transparenz in Datenschutzbestimmungen. Es folgte eine Session zu ausgewählten Anwendungsbereichen, in der Steffen Korschwald vom Zentrum Verbraucherforschung und nachhaltiger Konsum der FH Pforzheim Herausforderungen zum Thema Datenschutz in intelligenten Fahrzeugen darlegte. Den Abschluss des Vormittags bildete ein Beitrag von Franco Rau und Kollegen von der Uni Vechta zum Datenschutz in der Schule.

Nach einer Mittagspause und der zweiten Keynote ging es weiter mit Beiträgen von Dominik Pins (Fraunhofer FIT) zum Thema Sprachassistenten in Privathaushalten, sowie mit einer Session zu ethischen und rechtlichen Implikationen. Hier stellten Monika Büscher und Kollegen von der Uni Lancaster ihre Arbeiten zum Thema Katastrophen-Kapitalismus vor. Den Abschluss bildete Max von Grafenstein (UdK Berlin) mit einem Beitrag über die Gestaltung von Privacy Icons.

Ausgiebige Diskussionen der Teilnehmer rund um die Vortragsthemen sowie eine Abschlussdiskussion zu Thesen zu zukünftigen Themen und Arbeiten der Verbraucherinformatik insbesondere auch mit den anwesenden Vertretern der Verbraucherschutzorganisationen rundeten den Tag ab. Die vorgestellten Beiträge werden im Herbst in einem Tagungsband unter einer kostenlosen Open-Access Lizenz auf dem Schriftenserver der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg veröffentlicht werden.

Das Verbraucherforum wurde gefördert vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, sowie dem Bundesnetzwerk Verbraucherforschung.